Ukraine: Zwischen Erschöpfung und Widerstandsgeist

Zwei Frauen in einer zerstörten Stadt in der Ukraine
© Oleksandr Ratushniak / UNDP Ukraine (CC BY-ND 2.0)

Partner und Projekte des Zivilen Friedensdienstes in der Ukraine im Gespräch

Am Vorabend des vierten Jahrestags des russischen Angriffs auf die gesamte Ukraine berichten wir von den Menschen im Land und der unverzichtbaren Arbeit der Zivilgesellschaft für Widerstandskraft und Zusammenhalt. Dieser Kriegswinter war der bisher schlimmste mit nahezu täglichen Angriffen auf Wohnviertel und zivile Infrastruktur, Kälte und Stromausfällen. Die Menschen sind zutiefst erschöpft, doch sie halten weiter zusammen. Doch dieser Zusammenhalt wird immer wieder auf die Probe gestellt.

Wie verändert der andauernde Angriffskrieg die ukrainische Gesellschaft? Was leisten die zivilgesellschaftlichen ukrainischen Partner des Zivilen Friedensdienstes in Zeiten des Krieges? Und wie blicken sie in die Zukunft?

Darüber sprechen wir mit:

  • Svitlana Osipchuk, Direktorin des War Childhood Museum Kyiv
  • Dmytro Kovbasiuk, Gründer eines Nachbarschaftsprojekts und Leiter der NGO Zatsikavleni, Odesa
  • Zornitsa Popova-Glodzhani, Landesdirektorin von Pro Peace in der Ukraine
  • Moderation: Christoph Bongard, Leiter Kommunikation & Politik von Pro Peace

Datum: 23. Februar 2026 | 18:00 Uhr – 20:00 Uhr

Ort: REFO Moabit, Wiclefstraße 32, 10551 Berlin

Die Veranstaltung findet auf Englisch statt.

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Die Gesprächspartner*innen:

Svitlana Osipchuk

Svitlana Osipchuk

„Wir müssen so viele Stimmen wie möglich in unsere Erinnerung an den Krieg einbeziehen, um eines Tages heilen zu können. Die Bemühungen der Ukraine für eine Kultur der Erinnerung und Heilung haben bereits begonnen, mitten in einem andauernden Krieg.“

Das Museum über Kindheit im Krieg in der Ukraine bietet einen einzigartigen Raum für Erinnerung und Dialog. Es sammelt und präsentiert Geschichten von Kindern, die unter Krieg und Vertreibung gelitten haben, ergänzt durch persönliche Gegenstände wie Spielzeug. Die Auswirkungen des Krieges auf die jüngsten und schutzbedürftigsten Mitglieder der Gesellschaft werden allzu oft übersehen. Das Museum für Kindheit in Krieg rückt sie in den Fokus und lädt zu Reflexion und Verständigung ein. Damit spiele das Museum eine wichtige Rolle im Aufbau einer Erinnerungskultur der Ukraine.

Dmytro Kovbasiuk

Dmytro Kovbasiuk

„Wir machen die Menschen widerstandsfähiger. Zusammenzuhalten und gemeinsam diese Zeit durchzustehen, das ist jetzt am wichtigsten für die Menschen. Wenn jeder Tag der letzte deines Lebens sein kann, hilft es sehr, jemanden zum Reden zu haben.“

Dmytro Kovbasiuk setzt sich mit der Initiative Zatsikavleni dafür ein, die Innenhöfe in Odesa wieder zu dem zu machen, was sie einmal waren: Zentren des sozialen Lebens. Durch Kunst, Kultur und Engagement werden sie erneut das Herzstück der lokalen Gemeinschaft. Dieser Zusammenhalt ist in Zeiten des russischen Angriffskrieges wichtiger denn je.