Seit 1996 im Einsatz für den Frieden

Was wäre, wenn wir Kriegen und Konflikten nicht mit militärischen Mitteln begegnen würden, sondern mit Dialog, Beteiligung und gewaltfreiem Handeln? Aus dieser Idee entstand 1996 Pro Peace – damals noch unter dem Namen Forum Ziviler Friedensdienst (forumZFD). Erfahren Sie auf dieser Seite mehr über unsere Geschichte und unseren Weg.

2006 feierte das forumZFD (heute Pro Peace) zehnjähriges Jubiläum. Unter großem Beifall ernannte die damalige Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (Mitte) das forumZFD zur Entsendeorganisation nach dem Entwicklungshelfergesetz.

Wie alles begann

Anfang der 1990er Jahre erschütterten die Kriege im zerfallenden Jugoslawien Europa. Die eskalierende Gewalt bewegte viele Menschen in Deutschland dazu, neue Wege zur Überwindung von Kriegen und gewaltsamen Konflikten zu suchen. Bloßer Protest schien nicht mehr genug – sie wollten aktiv und konkret etwas für den Frieden tun. Aus dieser Bewegung entstand eine mutige Vision: Konflikte sollten nicht mit Militär und Waffen, sondern durch professionell ausgebildete Friedensfachkräfte bearbeitet werden. 

Die eskalierende Gewalt auf dem westlichen Balkan weckte Anfang der 1990er Jahre in vielen Menschen den Wunsch, neue Wege für Frieden und Versöhnung zu finden. Aus diesem Engagement heraus entstand später das Forum Ziviler Friedensdienst – heute Pro Peace.

Ab 1993 machten sich Akteur*innen aus Kirche und Zivilgesellschaft daran, ein Konzept für eine professionelle Friedensarbeit zu entwickeln, basierend auf den Erfahrungen mit gewaltfreiem Handeln und der Vermittlung in Konflikten. Bald hatte das Vorhaben auch einen Namen: Ziviler Friedensdienst.

Wir wurden damals von vielen Menschen in unserem Umfeld belächelt, weil sie es für völlig ausgeschlossen hielten, dass sich Staat und Zivilgesellschaft gemeinsam in einem solchen friedenspolitischen Programm engagieren würden. Diese Skeptiker wurden eines Besseren belehrt.

Heinz Wagner, Gründer und langjährigen Geschäftsführer von Pro Peace

Im Februar 1996 wurde schließlich der Verein „Forum Ziviler Friedensdienst e.V.“ gegründet – heute bekannt als Pro Peace. Viele der bereits engagierten Organisationen und Einzelpersonen traten dem jungen Verein bei und setzten sich dafür ein, die gemeinsame Vision Wirklichkeit werden zu lassen.

Gegen- und Rückenwind aus der Politik

Nach dem Ende der Jugoslawienkriege schien das Ziel eines Zivilen Friedensdienstes zum Greifen nah, scheiterte jedoch zunächst am Widerstand der Bundesregierung. Der Durchbruch gelang 1997 mit Unterstützung von Johannes Rau, dem damaligen Ministerpräsidenten von Nordrhein-Westfalen und späteren Bundespräsidenten, der dem ZFD bis zu seinem Tod eng verbunden blieb: Erstmals wurden Fördermittel für die Ausbildung von Friedensfachkräften bereitgestellt – die Geburtsstunde der heutigen Akademie für Konflikttransformation. Prominente Stimmen aus Politik und Kultur unterstützten zudem die „Berliner Erklärung für einen Zivilen Friedensdienst“.

Mit einer kleinen Zeremonie in Berlin wurden die ersten Fachkräfte des ZFD im November 1999 offiziell entsandt – Bildmitte: Die ehem. Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul

Mit dem Regierungswechsel 1998 wurde der Weg endgültig frei: SPD und Grüne verankerten den ZFD im Koalitionsvertrag – ein politischer Durchbruch. Seither sind die Investitionen in die zivile Friedensarbeit immer wieder gewachsen, nicht zuletzt dank unseres politischen Einsatzes.

Weltweit im Einsatz

Seit 1999 ist Pro Peace in internationalen Konfliktregionen aktiv – zunächst auf dem Westlichen Balkan und in Nahost, später auch in der Ukraine und in Südostasien. Mit dem Programm „Kommune & Konflikt“ bringen wir unsere Expertise seit 2006 auch auf kommunaler Ebene in Deutschland ein. 

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Fast 4.000 Kinder nahmen 2015 am 10. Berliner Friedenslauf teil.

2001 startete in Aachen der erste Friedenslauf. Inzwischen nehmen jährlich über 10.000 Kinder und Jugendliche in verschiedenen Städten an den Läufen teil, sammeln Spenden und lernen, wie sie sich für Frieden, Gewaltfreiheit und Toleranz stark machen können.

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Neuer Aufbruch als Pro Peace

Drei Jahrzehnte nach unserer Gründung ist unser Auftrag heute aktueller denn je. Während weltweit Kriege aufflammen und sich die Politik auf militärische Stärke und Abschreckung konzentriert, geraten gewaltfreie Wege aus dem Blick. Gerade jetzt braucht es einen neuen Aufbruch für den Frieden – so kraftvoll und entschlossen wie damals, als der Zivile Friedensdienst Realität wurde.

© Pro Peace

Anfang 2025 haben wir deshalb einen bedeutenden Schritt getan: Aus forumZFD wurde Pro Peace. Mit unserem neuen Namen bekennen wir uns klar und unmissverständlich zu unserer Vision einer friedlicheren und gerechteren Welt.

Denn Frieden ist kein Ideal. Sondern eine Aufgabe – heute mehr denn je.