Israel nach den Wahlen: Perspektiven für den Nahostkonflikt

Ein Wahlzettel mit der Aufschrift "Frieden"
© Pro Peace, erstellt mit KI (canva.com)

Israel nach den Wahlen: Perspektiven für den Nahostkonflikt

Mittwoch, 04.11.2026, 18:30 - 19:45 Uhr

Am 27. Oktober wählen die Menschen in Israel voraussichtlich ein neues Parlament. Die Wahlen finden vor dem Hintergrund der Gewalteskalation der letzten Jahre statt: Der Hamas-Angriff vom 7. Oktober 2023 und die massive Reaktion der israelischen Regierung sowie die Kriege mit dem Libanon und dem Iran haben großes Leid über alle Menschen in der Region gebracht.

In Israel ist die Gesellschaft politisch stark polarisiert. Rechtsextreme politische Kräfte haben in den letzten Jahren den Kurs der Regierung maßgeblich bestimmt. Ob Langzeit-Premierminister Benjamin Netanjahu seine Regierung fortsetzen kann, ist aktuell offen – Umfragen zeigen ein enges Rennen mit dem früheren Generalstabschef Gadi Eisenkot. Doch auch bei einem Wahlsieg der Opposition zeichnet sich kein grundlegender Kurswechsel gegenüber den Palästinenser*innen ab.

Im besetzten Westjordanland werden vor der Wahl unterdessen Fakten geschaffen: Entgegen dem Völkerrecht treibt die scheidende Regierung den Ausbau von Siedlungen voran. Die palästinensische Bevölkerung leidet unter den immer aggressiveren Angriffen der Siedler*innen. Wirtschaftliche Not, Vertreibungen, Enteignungen und Einschränkungen der Bewegungsfreiheit prägen ihren Alltag. In Gaza wiederum ist die humanitäre Lage unverändert katastrophal. Israel beschränkt die Einfuhr von Hilfsgütern und die Umsetzung des von US-Präsident Trump verkündeten sogenannten Friedensplans kommt nicht voran. Ende November soll in den palästinensischen Gebieten ein neues Parlament gewählt werden – erstmals seit zwei Jahrzehnten. Doch ob die Wahlen wie geplant stattfinden können und wenn ja, unter welchen Bedingungen, ist offen. 

Was bedeuten vor diesem Hintergrund die Wahlen in Israel für die Zukunft der Region? Welche politischen Spielräume gibt es für Friedensprozesse? Und welchen Beitrag kann Friedensarbeit unter den aktuellen Bedingungen leisten?

Darüber sprechen wir mit:

  • Dr. Muriel Asseburg, Stiftung Wissenschaft und Politik
  • Fiona Kopp, Willy Brandt Center Jerusalem

Moderation: Hannah Sanders, Pro Peace

Zeit: Mittwoch, 04.11.2026, 18:30 - 19:45 Uhr
Ort: Online (Link wird bei Anmeldung mitgeteilt)
Sprache: Deutsch

Die Teilnahme ist kostenlos.

Zur Anmeldung

Über die Referentinnen:

© Presse

Dr. Muriel Asseburg ist Senior Fellow in der Forschungsgruppe Afrika und Mittlerer Osten bei der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) in Berlin. Sie beschäftigt sich mit Konfliktdynamiken im Nahen Osten und Autokratisierung als Herausforderung für deutsche und europäische Politik. Sie ist eine gefragte Expertin zu Entwicklungen in Palästina und Israel und Autorin zahlreicher Fachartikel. Im Jahr 2025 erschien ihr neuestes Buch „Der 7. Oktober und der Krieg in Gaza. Hintergrund, Eskalation, Folgen“.

 

© privat

Fiona Kopp ist Friedensfachkraft von Pro Peace und arbeitet seit 2024 im Willy Brandt Center Jerusalem. Dort leitet sie das Young Leadership Programm, in dem junge Menschen aus Israel und Palästina in Dialog treten. Sie studierte Soziologie und Politikwissenschaft. Seit 2023 lebt sie in Jerusalem, zuvor in Amman, und hat die Entwicklungen seit Kriegsbeginn und vor den Wahlen direkt vor Ort miterlebt.

 

 

Diese Veranstaltung ist Teil der Online-Veranstaltungsreihe „Frieden auf dem Wahlzettel“?

© BMZ, Stiftung Umwelt und Entwicklung Nordrhein-Westfalen, Brot für die Welt