Philippinen: Historischer Urnengang nach Jahrzehnten der Gewalt

Ein Wahlzettel mit der Aufschrift "Frieden"
© Pro Peace, erstellt mit KI (canva.com)

Philippinen: Historischer Urnengang nach Jahrzehnten der Gewalt

Dienstag, 24. November 2026, 16:00 - 17:15 Uhr

Es ist ein Moment, der Geschichte schreibt: Am 14. September dieses Jahres wählten die Menschen in der autonomen Region Bangsamoro im Süden der Philippinen erstmals ein eigenes Regionalparlament. Über Jahrhunderte war Bangsamoro von Konflikten und Gewalt geprägt. Das Streben der muslimischen Bevölkerung nach Selbstbestimmung reicht zurück bis in die spanische Kolonialzeit. Seit den 1970er Jahren kämpften muslimische Gruppen für einen unabhängigen Staat. Schätzungen zufolge kostete der Konflikt über 120.000 Menschenleben. Nach jahrelangen Verhandlungen mit der philippinischen Zentralregierung wurde 2014 ein Friedensabkommen geschlossen, das die Einrichtung einer autonomen Region vorsah – zunächst unter einer Übergangsregierung. Die erste reguläre Wahl wurde mehrfach verschoben. Am 14. September war es nun soweit.

Die Wahl ist ein historischer Schritt – und zugleich eine Bewährungsprobe für den Friedensprozess. Noch sind zentrale Bestandteile des Friedensabkommens, etwa die Entwaffnung und Reintegration ehemaliger Kämpfer und der Aufbau demokratischer Institutionen, nicht abgeschlossen. Die Region gehört zu den ärmsten der Philippinen und so sieht sich die neue Regierung enormen Erwartungen der Menschen gegenüber, Wachstum und Wohlstand für die gesamte Bevölkerung zu bringen. Immer wieder flammt Gewalt auf, so auch bei mehreren Vorfällen am Wahltag. Die Wunden in der Gesellschaft reichen tief und der Frieden ist noch jung und fragil. Ob tatsächlich eine stabile und demokratische Zukunft für die Region entsteht, hängt auch davon ab, ob politische Teilhabe gelingt und Vertrauen wächst.

Was bedeutet das Wahlergebnis für die Zukunft Bangsamoros? Welche Erwartungen und Hoffnungen haben die Menschen vor Ort? Und wie kann Friedensarbeit dazu beitragen, dass aus dem Friedensabkommen tatsächlich ein dauerhafter Frieden wird?

Darüber sprechen wir mit:

  • Georgi Engelbrecht, International Crisis Group
  • Philip Poppelreuter, Pro Peace Philippinen

Moderation: Hannah Sanders, Pro Peace

Zeit: Dienstag, 24. November 2026, 16:00 - 17:15 Uhr
Ort: Online (Link wird bei Anmeldung mitgeteilt)
Sprache: Deutsch

Die Teilnahme ist kostenlos.

Zur Anmeldung

Über die Referenten:

Georgi Engelbrecht ist seit 2019 bei der International Crisis Group tätig. Als Senior Analyst für die Philippinen befasst er sich vor allem mit den verschiedenen Konflikten und Friedensprozessen im Land. Zuvor war er für das International Monitoring Team (IMT) in Mindanao im Süden der Philippinen im Einsatz. Zu seinen Fachgebieten zählen unter anderem Menschenrechte, Konfliktprävention und der Schutz der Zivilbevölkerung.

Philip Poppelreuter ist Friedensfachkraft von Pro Peace auf den Philippinen. Als Research & Advocacy Advisor liegt sein Schwerpunkt auf der systematischen Analyse von Konfliktursachen und -folgen in Mindanao. Zudem erarbeitet er Strategien, um eine gewaltfreie und inklusive Konflikttransformation auf politischer Ebene zu stärken. Zuvor war er mehrere Jahre als Konfliktforscher beim Think-and-Do-Tank „Inclusive Peace“ tätig, wo er zu diversen thematischen Aspekten rund um partizipative Friedensprozesse gearbeitet hat.

Diese Veranstaltung ist Teil der Online-Veranstaltungsreihe „Frieden auf dem Wahlzettel“?

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