Wahlen im Westlichen Balkan: Aufbruch oder neue Blockaden für den Frieden?
Dienstag, 10. November 2026, 18:30 - 19:45 Uhr
In diesem Herbst wird gleich in zwei Ländern des Westlichen Balkans gewählt: in Bosnien und Herzegowina und in Serbien. Die Ergebnisse werfen grundlegende Fragen für den Frieden und die Friedensarbeit in der Region auf.
Mehr als 30 Jahre nach dem Friedensabkommen von Dayton hat Bosnien und Herzegowina am 4. Oktober gewählt. Das Abkommen hat den Krieg beendet, zugleich aber ethnische Trennlinien im politischen System festgeschrieben. Politische Blockaden, Spannungen zwischen der Republika Srpska und dem Gesamtstaat sowie die Leugnung des Völkermords von Srebrenica prägen den fragilen Frieden bis heute. Weisen die Wahlen einen Weg aus der politischen Dauerkrise?
In Serbien wiederum wählen die Menschen am 25. Oktober vorzeitig ein neues Parlament. Vorausgegangen sind fast zwei Jahre anhaltender Proteste, die vor allem von Studierenden getragen wurden. Ende August kündigte Präsident Aleksandar Vučić daraufhin vorgezogene Neuwahlen an. Wo steht Serbien nach dieser Wahl?
Wir blicken auf die Wahlergebnisse und diskutieren, was sie für den Frieden in Bosnien und Herzegowina, in Serbien und in der gesamten Region bedeuten. Und wir fragen: Wo kann zivilgesellschaftliche Friedensarbeit ansetzen, wenn politische Strukturen die ethnischen Trennlinien immer wieder bestätigen?
Darüber sprechen wir mit:
- Adnan Ćerimagić, European Stability Initiative
- Ljiljana Sinickovic, Pro Peace Bosnien und Herzegowina
Moderation: Alexander Vojvoda, Pro Peace
Zeit: Dienstag, 10.11.2026, 18:30 - 19:45 Uhr
Ort: Online (Link wird bei Anmeldung mitgeteilt)
Sprache: Englisch mit Verdolmetschung ins Deutsche
Die Teilnahme ist kostenlos.
Über die Referent*innen:
Adnan Ćerimagić ist Senior Analyst für den Westlichen Balkan bei der European Stability Initiative (ESI), einem Think Tank mit Sitz in Berlin. Er befasst sich schwerpunktmäßig mit der EU-Erweiterung, Rechtsstaatlichkeit und Demokratie in der Region. Vor seiner Zeit bei ESI war er unter anderem für das Außenministerium von Bosnien und Herzegowina in Sarajevo und Brüssel sowie im Sekretariat des Auswärtigen Ausschusses des Europäischen Parlaments tätig.
Ljiljana Sinickovic ist Landesdirektorin von Pro Peace in Bosnien und Herzegowina. Pro Peace arbeitet im Westlichen Balkan grenzüberschreitend; Schwerpunkte sind die Aufarbeitung der Vergangenheit, Dialog und Friedensbildung. Ljiljana Sinickovic hat über 25 Jahre Erfahrung in der Arbeit in Konflikt- und Post-Konfliktsituationen. Zuvor war sie als Leiterin des Bildungsbereichs für den Westlichen Balkan beim British Council tätig und hatte leitende Positionen bei Save the Children und DRC auf dem Balkan, in der Ukraine und in Griechenland inne.
Diese Veranstaltung ist Teil der Online-Veranstaltungsreihe „Frieden auf dem Wahlzettel“?