Pro Peace soll laut Bundesfamilienministerium nur noch bis zum Jahresende Fördermittel aus Demokratie leben! erhalten – nicht wie vor zwei Jahren angekündigt bis 2032. Kontext ist der Beschluss von Bundesministerin Prien, Innovationsprojekte und Kooperationsverbünde aus der Förderrichtlinie zu streichen. Pro Peace bildet seit Beginn der laufenden Förderperiode mit sechs weiteren zivilgesellschaftlichen Organisationen den Kooperationsverbund Demokratische Konfliktbearbeitung. Über Möglichkeiten künftiger, dann auf jeweils zwölf Monate beschränkte Förderungen im Feld der Demokratischen Konfliktbearbeitung spricht der Kooperationsverbund derzeit mit dem Ministerium.
Bislang hat unser Kooperationsverbund über 55 Kommunen in akuten Konflikten unterstützt, knapp 1.400 Menschen im Umgang mit Konflikten qualifiziert, Angebote der Konfliktbearbeitung in die Breite getragen und niedrigschwellig zugänglich gemacht. Mit den Ressourcen des Kooperationsverbundes haben wir außerdem das Bundesnetzwerk Konfliktbearbeitung deutlich gestärkt und sind in nur einem Jahr von 15 auf über 40 Mitglieder gewachsen.
Die „ConflictA“ – die Forschungs- und Weiterbildungsstelle des Institut für Interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung der Uni Bielefeld – hat zu den überraschenden Änderungen in diesem Förderprogramm eine Stellungnahme abgegeben. Tenor darin ist, dass bisherige Evaluationen den jetzigen Kurswechsel inhaltlich nicht stützen und dass Kommunen von der systematischen Zusammenarbeit mit professionellen zivilgesellschaftlichen Organisationen der Konfliktbearbeitung enorm profitiert haben.
Entsprechend bemängelt die ConflictA, dass „bewährte Netzwerke wie der Kooperationsverbund Demokratische Konfliktbearbeitung abgeschafft“ würden. Dadurch gingen zentrale Schnittstellen für fachlichen Austausch, Qualitätsentwicklung, Vergleichbarkeit und die Weiterentwicklung von Wirkungsmodellen verloren. Laut ConflictA erschwere dies, aus lokalen Erfahrungen systematisch zu lernen und erfolgreiche Ansätze in andere Kontexte zu übertragen.