Klares Votum für mehr Friedensbildung

Petition erreicht 11.442 Unterschriften

Wie kann Friedensbildung an Schulen gestärkt werden? Diese Frage haben wir mit einem bundesweiten Bündnis von 30 Organisationen auf die politische Agenda gesetzt. Mit der Petition „Frieden in den Lehrplan!“ haben wir über 11.000 Unterschriften gesammelt und konkrete Vorschläge entwickelt. Erste Reaktionen aus der Politik sind positiv, zeigen aber auch: Wir müssen dranbleiben!
Frieden in den Lehrplan
© Pro Peace

11.442 Unterschriften – das ist ein starkes Signal für mehr Friedensbildung an Schulen. So viele Menschen unterzeichneten von Juni bis Oktober die Petition „Frieden in den Lehrplan!“. Getragen wurde die Petition von einem bundesweiten Bündnis von 30 Fachorganisationen der Friedensbildung. Zahlreiche prominente Stimmen aus Medien, Bildung und Wissenschaft unterstützten die Kampagne als Erstunterzeichnende. 

© Swetlana Dombinov Fotografie
Pro Peace setzt sich seit vielen Jahren für mehr Friedensbildung ein, beispielsweise mit Workshops und Projekttagen an Schulen.

Dass Friedensbildung an Schulen immer wichtiger wird, zeigt sich in aktuellen gesellschaftlichen Debatten. Dieses Jahr sind bereits mehrfach Tausende junge Menschen gegen die Pläne zur Wiedereinführung des Wehrdienstes auf die Straße gegangen. Damit wurde sichtbar, dass Fragen von Krieg und Frieden die Lebenswirklichkeit junger Menschen heute wesentlich stärker prägen als noch vor wenigen Jahren. Diesen Eindruck haben wir auch bei Pro Peace erhalten: Die Nachfrage von Schulen nach friedenspädagogischen Angeboten wächst seit Jahren.

Politisch jedoch schien das Thema lange Zeit kaum jemanden zu beschäftigen. Viele Organisationen in diesem Feld – Pro Peace eingeschlossen – konzentrierten sich bisher vor allem auf Projekte an Schulen. Im April beschlossen wir: Wir wollen Friedensbildung auch politisch voranbringen.

Breites Bündnis unterstützt Petition

Auf unsere Initiative entstand ein bundesweites Bündnis von 30 Organisationen, welche die Petition unterstützten. Eine zentrale Forderung lautet, Friedensbildung von der Grundschule bis zur Oberstufe in die Curricula aufzunehmen. „Angesichts ohnehin schon voller Stundenpläne fordern wir bewusst kein zusätzliches Unterrichtsfach“, erläutert Christoph Bongard, Leiter Kommunikation und Politik von Pro Peace. „Vielmehr wollen wir erreichen, dass Friedensbildung als verbindliches, fächerübergreifendes Lernfeld in allen Schulformen und Jahrgangsstufen verankert wird.“

Pro Peace hat bei Veranstaltungen wie der Frankfurter Buchmesse um Unterstützung für die Petition geworben.

In der Praxis könnte das zum Beispiel so aussehen: Im Geschichtsunterricht rücken Friedensverträge und Versöhnung in den Fokus, in Sozialkunde wird die Rolle der zivilen Konfliktbearbeitung beleuchtet und in der Sportstunde üben sich die Kinder und Jugendlichen in Fair Play und Teamfähigkeit.

Darüber hinaus will das Bündnis erreichen, dass Friedensbildung bereits in der Aus- und Weiterbildung von Lehrkräften gestärkt wird. „Studien zeigen, dass Lehrkräfte oft nicht ausreichend auf die Themen Krieg, Frieden und Gewalt vorbereitet sind“, so Christoph Bongard. „Aber internationale Konflikte wirken sich zunehmend auf Schulen in Deutschland aus – viele Kinder und Jugendliche haben selbst Krieg und Flucht erlebt und gesellschaftliche Streitthemen werden auch im Klassenzimmer heiß diskutiert. Um damit umgehen zu können, müssen Lehrkräfte die Grundlagen der Friedenspädagogik kennen.“ 

Und nicht zuletzt sollten außerschulische Angebote und Strukturen gestärkt werden. In einigen Bundesländern gibt es bereits erfolgreiche Ansätze, wie etwa das Modellvorhaben „Schule für Friedensbildung“ der KURVE Wustrow in Niedersachsen oder die Servicestelle Friedensbildung in Baden-Württemberg, die direkt am Landesinstitut für Schulentwicklung angesiedelt ist. Aber noch sind solche Positivbeispiele eher die Ausnahme.

© Pro Peace / Hendrik Haßel

Frieden stark machen

Eine friedlichere Welt entsteht nicht von allein. Sie braucht Menschen, die jeden Tag für sie einstehen. Entscheiden Sie sich heute für Frieden – mit Ihrer Spende an Pro Peace. 

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Politische Überzeugungsarbeit nötig

Mit dem Rückenwind der Petition tragen wir diese Forderungen nun gezielt an die Politik heran. Das Bündnis „Frieden in den Lehrplan!“ hat konkrete Vorschläge und Empfehlungen erarbeitet und an die Bildungsministerkonferenz übermittelt. Die Resonanz fällt bislang noch gemischt aus. Die Präsidentin der Bildungskonferenz sowie weitere Landesbildungsminister*innen antworteten ausführlich auf unsere Forderungen. Sie erkennen die wachsende Bedeutung von Friedensbildung an. Diese Resonanz freut uns sehr. Nun gilt es aber, konkrete Schritte umzusetzen.

Ein kleiner Erfolg: Auf ihrem nächsten Parteitag Anfang Dezember in Berlin stimmen die Grünen über einen Antrag zur Unterstützung der Petition ab. Es wäre ein wichtiger Fortschritt, wenn die Partei sich hinter unsere Forderungen stellt.

Fazit: Mit unserer Petition haben wir in kurzer Zeit viele Menschen mobilisiert und die Politik erreicht. Jetzt kommt es darauf an, nicht nachzulassen: Mit der breiten Unterstützung der Petition im Rücken werden wir die Forderung nach Friedensbildung weitertragen, bis sie in den zuständigen Ministerien und in den Parteien wirklich ankommt. Dafür brauchen wir Sie. Mit Ihrer Spende sorgen Sie dafür, dass unsere Stimme für den Frieden laut bleibt und nicht verhallt!

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© Pro Peace

Jetzt ist die Zeit: Friedensbildung an Schulen stärken

Empfehlungen an die Bildungsministerien der Länder

Das Bündnis „Frieden in den Lehrplan!“ hat konkrete Vorschläge und Empfehlungen zur Stärkung der Friedensbildung an Schulen erarbeitet.

Das Dokument steht hier zum kostenlosen Download bereit.

 

Das Bündnis „Frieden in den Lehrplan!“: