Unsere Arbeit in Kambodscha
Kambodscha ist Jahrzehnte nach dem Ende des Regimes der Roten Khmer noch immer tief von dessen Folgen gekennzeichnet. Der Genozid hat bleibende Wunden hinterlassen. Soziale Ungleichheit, politische Spannungen sowie Korruption und Menschenrechtsverletzungen erschweren den gesellschaftlichen Zusammenhalt.
Gemeinsam mit erfahrenen Partnerorganisationen widmen wir uns in Kambodscha der Stärkung der Zivilgesellschaft, der Aufarbeitung der Vergangenheit und der Förderung einer nachhaltigen Friedenskultur.
In Zusammenarbeit mit der buddhistischen Universität Battambang entwickeln wir Lehrmodule zu Konfliktanalyse und gewaltfreier Kommunikation, die nun Schritt für Schritt in die Studienpläne integriert werden und so junge Menschen im ganzen Land erreichen.
Zwischen Trauma und Aufbruch
Am 17. April 1975 nahmen die Roten Khmer die kambodschanische Hauptstadt Phnom Penh ein und stürzten die Militärregierung. Damit begann eine fast vier Jahre währende Schreckensherrschaft, der rund 1,7 Mio. Menschen zum Opfer fielen. Der Feldzug von Diktator Pol Pot gegen Kultur und Religion sowie die Verfolgung und Vernichtung ethnischer und politischer Gruppen hinterließen tiefe Narben in der kambodschanischen Gesellschaft.
Wir haben in Kambodscha Brücken und Fabriken gebaut, und die Menschen hungern nicht mehr. Doch wir stehen weiterhin vor der Aufgabe, unsere vom Krieg zerrüttete Bevölkerung in eine friedliche Gesellschaft zu transformieren. Bis dahin ist es noch ein weiter Weg.
2006 wurde ein internationales Sondergericht zur Aufarbeitung der Verbrechen der Roten Khmer eingerichtet. Der Gerichtsprozess konnte jedoch nur wenig dazu beitragen, den Schmerz der Menschen in Kambodscha zu lindern. Die Aufarbeitung der Vergangenheit kommt bis heute nur schleppend voran. Viele Kambodschaner*innen vermeiden es, sich an die traumatische Zeit zu erinnern – oft aus Scham oder Schuldgefühlen. Auch deshalb findet dieser Teil der Geschichte kaum Eingang in den Schulunterricht, sodass vielen jungen Menschen nicht bewusst ist, was damals geschah.
Aufarbeitung der Vergagenheit in Kambodscha: Tuol Sleng, das ehemalige Foltergefängnis der Roten Khmer, dient heute als Mahnmal des Friedens
Hinzu kommt, dass weder Schule noch Familie oder Gemeinde jungen Menschen ausreichend Platz bieten, kritisches Denken zu entwickeln – ein Hindernis für demokratischen Wandel. Der Mangel an politischer Teilhabe, Menschenrechtsverletzungen sowie Umwelt- und Ressourcenkonflikte erschweren zusätzlich den Aufbau einer gerechten Zukunft für alle Kambodschaner*innen.
Frieden braucht Sie!
Danke für Ihre Unterstützung
Wie nachhaltiger Frieden möglich wird
Seit 2015 sind wir in Kambodscha aktiv. Unser Ziel ist es, die nachhaltige Entwicklung einer friedlichen und inklusiven Gesellschaft zu fördern. Gemeinsam mit Partnern schaffen wir Räume für Dialog und eine kritische Aufarbeitung der Vergangenheit, etwa in Bildungseinrichtungen und Gemeinden. Außerdem vermitteln wir Methoden zur konstruktiven Konfliktarbeit und zum Abbau von Vorurteilen.
Schwerpunkte unserer Arbeit in Kambodscha:
- Friedensförderung
Wir unterstützen zivilgesellschaftliche Initiativen, die interreligiösen und interkulturellen Dialog fördern, gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken und ein friedliches Zusammenleben aktiv gestalten.
- Aufarbeitung der Vergangenheit
Wir fördern die Auseinandersetzung junger Menschen mit der Vergangenheit und dokumentieren die persönlichen Erlebnisse älterer Generationen, damit ihre Erinnerungen lebendig bleiben und sich die Verbrechen des Bürgerkriegs nicht wiederholen.
- Bildungsarbeit
Durch die Zusammenarbeit mit Schulen, Universitäten und Jugendgruppen vermitteln wir Wissen über konstruktive Konfliktlösung, fördern interkulturelle Verständigung und stärken Werte wie Toleranz, Respekt und Gewaltfreiheit.
In Kambodscha schaffen wir Räume für Dialog und Austausch – wie beim Weltfriedenstag in Battambang, bei dem über 200 Menschen aus verschiedenen religiösen Gemeinschaften zusammenkommen.
Gemeinsam für eine friedliche Zukunft
Unterstützen Sie uns, in Kambodscha Räume für Dialog, Versöhnung und Bildung zu schaffen, um die gewaltvolle Vergangenheit aufzuarbeiten und die Zivilgesellschaft zu stärken. Jede Spende ist ein wertvoller Beitrag zur Förderung des Friedens.