Palestinians and Jews for Peace erhalten Aachener Friedenspreis

Auszeichnung für den Einsatz gegen Polarisierung im Nahostkonflikt

Pro Peace gratuliert Palestinians and Jews for Peace herzlich zum Aachener Friedenspreis. Die Initiative zeigt, wie Friedensarbeit in polarisierten Zeiten aussehen kann: Gesprächsräume offenhalten, Verständigung möglich machen und Menschen einander ohne Vorurteile begegnen lassen. Genau das ist auch zentral für die Arbeit, die Pro Peace vor Ort in Israel und Palästina unterstützt.
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© Palestinians and Jews for Peace

Die Preisverleihung findet am 1. September 2026 um 19 Uhr in der Aula Carolina in der Aachener Pontstraße statt. Auch ein Livestream ist geplant.

Palestinians and Jews for Peace wurde im Oktober 2023 in Köln gegründet – kurz nach dem 7. Oktober und der darauffolgenden Eskalation der Gewalt in Israel und Palästina. Die ehrenamtliche Initiative bringt palästinensische, jüdische und weitere solidarische Menschen zusammen. In einer Zeit, in der der Nahostkonflikt auch in Deutschland Debatten prägt und gesellschaftliche Gräben vertieft, setzt sie sich mit verschiedenen Aktionen für differenzierten Austausch und gegenseitiges Verständnis ein. Im Mittelpunkt steht die Überzeugung, dass Menschen nicht auf Herkunft, Identität oder vermeintliche politische Lager reduziert werden dürfen.

Diesen Ansatz würdigt der Aachener Friedenspreis. In der Begründung heißt es, die Auszeichnung solle „ein Zeichen für die Kraft des Dialogs, die Bedeutung von Basisengagement und die Notwendigkeit neuer Wege im Umgang mit Konflikten setzen“.

Pro Peace arbeitet seit der Gründung eng mit Palestinians and Jews for Peace zusammen. Gemeinsam machen wir immer wieder Friedensperspektiven im Nahostkonflikt sichtbar – etwa 2025 bei der Demonstration „Für einen gerechten Frieden in Palästina und Israel“ in Köln.

Swetlana Nowoshenowa & Zeynep Karaosman von den Palestinians and Jews for Peace.

Auch in unserer Ausstellung „Gesichter des Friedens“ porträtieren wir neben zehn weiteren Friedensaktivist*innen zwei Mitglieder der Initiative: Zeynab Karaosman, Mitgründerin von Palestinians and Jews for Peace, sowie Swetlana Nowoshenowa. Zeynab Karaosman war außerdem bei unserem 30-jährigen Jubiläum Teil eines Panels über Friedensdiskurse in Deutschland.

Ein weiteres Beispiel für die Zusammenarbeit sind die Veranstaltungen zur Joint Israeli-Palestinian Memorial Day Ceremony im Bürgerzentrum Ehrenfeld. Im vergangenen Jahr luden Pro Peace und Palestinians and Jews for Peace unter dem Titel „Palästina & Israel: Gemeinsame Gedenkfeier für alle Opfer“ dazu ein, die internationale Zeremonie per Livestream zu verfolgen. Sie erinnert an die Opfer des Konflikts auf allen Seiten und setzt gemeinsames Trauern als Zeichen gegen Hass, Vergeltung und Entmenschlichung.

Zweiter Preisträger ist Unidos MN gemeinsam mit dem Team des Community-Hubs The Smitten Kitten in Minneapolis. Gewürdigt wird ihr gewaltfreier zivilgesellschaftlicher Widerstand gegen die massiv eskalierte staatliche Gewalt durch ICE in den Jahren 2025/26. 

Bereits 2024 wurde mit der serbischen Youth Initiative for Human Rights eine Partnerorganisation von Pro Peace mit dem Friedenspreis geehrt.