3.500 Schüler*innen setzen Zeichen für Frieden

Beim 18. Berliner Friedenslauf sammelten Kinder und Jugendliche Spenden für die Friedensarbeit von Pro Peace.

Teilnehmende des Berliner Friedenslaufs 2026 vor dem Brandenburger Tor
© Pro Peace / Fotografin: Marie Konrad

„Frieden beginnt mit deinem nächsten Schritt“: So lautete das Motto des diesjährigen Berliner Friedenslaufs. 3.500 Schüler*innen von 25 Schulen gingen am Mittwoch am Brandenburger Tor an den Start. Mit jeder gelaufenen Runde sammelten sie Spenden für die Arbeit der internationalen Friedensorganisation Pro Peace. Der Erlös kommt Friedensprojekten im Libanon, in Israel und Palästina, in der Ukraine und im westlichen Balkan zugute. Zehn Prozent der Spenden gehen außerdem an die Evangelische Schulstiftung in der EKBO, die damit die Konfliktlotsenarbeit an den Evangelischen Schulen unterstützt.

Die Schirmherrschaft für den Friedenslauf übernahm wie bereits in den Vorjahren der Regierende Bürgermeister Kai Wegner. Er bedankte sich im Vorfeld bei Pro Peace für die Organisation des Friedenslaufs und betonte: „Dieser Lauf steht für unsere Hoffnung und Zuversicht, dass eine Welt ohne Krieg möglich ist, dass Menschen verschiedener Nationalität, Kultur und Religion sich verständigen und in Frieden miteinander leben können.“

Am Brandenburger Tor sorgte am Mittwoch zunächst ein musikalisches Bühnenprogramm für gute Stimmung. Ausgestattet mit Sportschuhen und Startnummern machten die Kinder und Jugendlichen einige gemeinsame Aufwärmübungen. Kurz vor dem Lauf schließlich war die Spannung mit Händen zu greifen. Aufgeregt versammelten sich die Kinder und Jugendlichen hinter dem Startbanner. Um Punkt 11 Uhr gab Katharina Günther-Wünsch, Senatorin für Bildung, Jugend und Familie des Landes Berlin, das Startsignal. Runde um Runde flitzten die Teilnehmenden über die Straße des 17. Juni und durch Tiergarten zurück zum Brandenburger Tor.

„Der Berliner Friedenslauf ist immer ein tolles Ereignis“, sagte Christine Lieser, Referentin für friedenspolitische Bildung und Friedensläufe bei Pro Peace. „Es ist einfach schön zu sehen, wie die Kinder und Jugendlichen alles geben. Mit jeder Runde setzen sie ein Zeichen für den Frieden! Angesichts der vielen Kriege und Krisen, die zurzeit die Nachrichten bestimmen, ist es besonders ermutigend, mit wie viel Elan sie für eine friedlichere Welt laufen.“

Mit dem Erlös des Friedenslaufs unterstützen die Schüler*innen die Friedensarbeit von Pro Peace. Im Fokus stehen dabei Friedensprojekte im Nahen Osten, in der Ukraine und im westlichen Balkan. Zum Beispiel im Libanon: Beim Projekt „Sports for Peace“ kommen muslimische Jugendliche aus Al-Mankoubin, einem Vorort von Tripoli, und christliche Jugendliche aus dem benachbarten Zgharta zusammen. Auf spielerische Weise lernen sie einander kennen und erfahren den Wert von Gewaltfreiheit und Miteinander. „Mit der Zeit fühlen sie sich wohler zusammen, ihre Vorurteile und Ängste nehmen ab und es entstehen sogar Freundschaften“, sagt Boutros Finianos von der Partnerorganisation Al-Midan, mit der Pro Peace das Projekt durchführt.

Abgerundet wurde der Berliner Friedenslauf durch ein umfangreiches friedenspädagogisches Bildungsprogramm. Vor dem Lauf setzten sich die Kinder und Jugendlichen in verschiedenen interaktiven Workshops mit dem Thema Frieden auseinander. Altersgerecht wurde dabei über Konflikte, Gewalt, Flucht und Frieden gesprochen. Mit interaktiven Methoden stärkten die Friedensbildungsreferent*innen von Pro Peace die Friedensfähigkeit der Schüler*innen und ermutigten sie, sich selbst für Frieden zu engagieren und gewaltfrei mit Konflikten umzugehen.