Kindern in Vertriebenencamps wieder Halt geben
Als Reaktion auf die aktuelle Kriegssituation arbeiten wir eng mit Freiwilligen der lokalen Initiativen Truebless und Diyarouna zusammen. Viele von ihnen wurden in den vergangenen Jahren gemeinsam von uns und unserem lokalen Partner Steps in der Methodik „Hawli w Hawalaye“ geschult — auf Deutsch etwa: „In mir und um mich herum“.
Der friedenspädagogische Ansatz unterstützt Kinder dabei, mit Belastungen umzugehen, Vertrauen zurückzugewinnen und gewaltfrei miteinander umzugehen. Genau das ist in den Vertriebenenzentren derzeit besonders wichtig.
Die Freiwilligen begleiten Kinder dort mit gezielten Übungen, die ihnen inmitten von Flucht und Unsicherheit wieder etwas Stabilität geben. Es geht darum, Belastendes zu verarbeiten, das eigene Selbstwertgefühl zu stärken und wieder Momente von Sicherheit, Würde und Selbstwirksamkeit zu erleben.
Wie das konkret aussehen kann, zeigt die Übung „Ich und meine Identität“. Dabei gestalten die Kinder eine Landkarte ihrer Talente, Hobbys und Träume und stellen sie anschließend der Gruppe vor. So wird ihnen bewusst, dass ihre Identität aus vielen Facetten besteht und weit mehr umfasst als Flucht und Vertreibung. Gleichzeitig entdecken die Kinder, was sie miteinander verbindet — oft über Unterschiede und Gruppengrenzen hinweg. Das stärkt nicht nur das Selbstvertrauen der Einzelnen, sondern auch den Zusammenhalt in den Unterkünften.
Stimmen von Menschen, die vertrieben wurden
Was Vertreibung bedeutet, lässt sich kaum in Zahlen fassen. Die Berichte von Betroffenen aus den letzten Wochen machen deutlich, wie abrupt der Alltag zerbricht — und wie sehr selbst kleinste Momente von Sicherheit fehlen. Die folgenden Zitate geben einen Einblick in diese Realität.
Sportangebote auch in der Krise weiterführen
Gleichzeitig setzen wir Projekte fort, die auch in Krisenzeiten unverzichtbar bleiben. Dazu gehört „Sport 4 Peace“, das wir inzwischen auch in Notunterkünften in verschiedenen Regionen des Landes anbieten. Sport, Spiel und Bewegung schaffen für Kinder Momente, in denen sie Anspannung abbauen und dem Stress des Alltags zumindest für kurze Zeit entkommen können.
Wo es möglich ist, führen wir außerdem bestehende Aktivitäten des Projekts weiter — vor allem im bislang weniger betroffenen Norden des Landes. In Zgharta öffnen wir „Sport 4 Peace“ derzeit beispielsweise für das Nationale Autismuszentrum. Ziel ist es, Bewegung und sportliche Aktivitäten für Kinder mit Autismus zugänglicher und inklusiver zu gestalten.
Gemeinsam mit Lehrkräften, Hilfskräften und dem Team vor Ort entwickeln wir dafür angepasste Spiel- und Sportangebote, die fest in den Schulalltag eingebunden werden können. Die Kinder sollen Freude an Bewegung erleben, sich ausprobieren und Schritt für Schritt lernen, mit anderen zu interagieren, Raum zu teilen und kooperativ miteinander umzugehen. Gerade darin zeigt sich auch die friedensfördernde Kraft solcher Arbeit: Zusammenhalt entsteht nur, wenn wirklich alle einbezogen werden.
Warum wir beides brauchen
In einer akuten Krise braucht es schnelle und konkrete Unterstützung. Gleichzeitig darf langfristige Friedensarbeit nicht einfach aufhören. Beides gehört zusammen: Menschen in der Not beizustehen — und zugleich Räume zu erhalten, in denen Teilhabe, Vertrauen und Zusammenhalt wachsen können.
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